Förderpreis

15.000 gute Gründe

Der Swiss Life Förderpreis wird jährlich an drei gemeinnützige Organisationen vergeben, die innovative und vorbildliche Bildungsansätze in Deutschland verwirklichen.

Die Einreichung der Projekte erfolgt in erster Linie über Mitarbeiter und Finanzberater von Swiss Life Deutschland. Der Auswahlverfahren ist mehrstufig aufgebaut und wird mit einer internen Abstimmung begleitet. Die drei ausgewählten Projekte werden im Anschluss öffentlich bekanntgegeben.

Haben Sie Fragen zum Förderpreis? Dann melden Sie sich gerne bei uns. E-Mail: info@stiftung-chancenreichtum.de

Swiss Life Förderpreis 2020: Die Gewinner stehen fest!

Hannover, 11.12.2020

Auch in diesem Jahr zeichnet der Swiss Life Förderpreis wieder wertvolle Initiativen aus, die sich mit ihrer Arbeit für Bildungs- und Chancengerechtigkeit in Deutschland einsetzen. Diese drei Organisationen können sich jeweils über ein Fördergeld von 15.000 Euro für ihre weiterführende Arbeit freuen: Trauerland e.V., Ackerdemia e.V. sowie die Stiftung Lernen durch Engagement.

Förderpreisgewinner 2019

Swiss Life Förderpreis 2019: Die Gewinner stehen fest

Bereits zum dritten Mal zeichnet der Swiss Life Förderpreis wertvolle Initiativen aus, die sich mit ihrer Arbeit für Bildung und Chancengleichheit einsetzen und damit Brücken bauen. Gleich fünf Organisationen konnten sich in diesem Jahr über ein Fördergeld von jeweils 10.000 Euro freuen: das Kinderheim „Kleine Strolche“, der Deutsche Kinderschutzbund Grafschaft Bentheim, der Verein Kinderglück Dortmund, das Bildungswerk Deutschland e.V. sowie der Verein „Nestwärme“.

„Ohne Sprache keine Bildung“: Der Swiss Life Förderpreis ermöglicht den Bau eines Sprachtherapieraums für traumatisierte Kinder

„Fang mich, fang mich, fang mich!“, ruft die dreijährige Sophie und rennt voller Begeisterung über den kleinen Spielplatz. Es ist ein trüber, nebelverhangener Nachmittag im November – doch Sophie strahlt trotzdem über das gesamte Gesicht und wird nicht müde zu laufen.

Auf den ersten Blick ist Sophie ein ganz normales, fröhliches Kind. Doch das kleine Mädchen lebt mit ihrer Mutter in der Mutter-Kind-Wohngruppe im Kinderheim „Kleine Strolche“. Die „Kleinen Strolche“ sind einer der Gewinner des Swiss Life Förderpreises 2019 und bieten Kindern wie Sophie ein sicheres Zuhause. „Die Kinder und Mütter, die zu uns kommen, haben schon einiges durchgemacht. Unser Auftrag ist es, die Erziehungsfähigkeit der jungen Mütter herzustellen, um das Kindeswohl zu sichern“, berichtet Bernhard Schubert, Gründer, Heimleiter und Geschäftsführer der „Kleinen Strolche“. Die Gründe für eine Erziehungsunfähigkeit seien vielfältig und reichen von Drogen- und/oder Alkoholmissbrauch, Obdachlosigkeit bis hin zur fehlenden familiären Unterstützung bei sehr jungen Müttern, erzählt der 54-Jährige weiter. Bei den „Kleinen Strolchen“ lernen sie unter fachlicher Anleitung, ihre Kinder adäquat zu versorgen, d.h. einen geregelten Tagesablauf zu planen und auch einzuhalten. Darüber hinaus werden ihnen grundlegende Erziehungskompetenzen vermittelt. „Viele junge Frauen wünschen sich unbedingt ein Kind und eine eigene Familie, sind dann aber oft überfordert von der Aufgabe und der Verantwortung, die sie mit sich bringt.“, weiß Schubert.

"Work-Statt" Lichtblick Hasenbergl

„Ohne Sprache keine Bildung und keine Chancengleichheit“

Bei den „Kleinen Strolchen“ soll mit dem Fördergeld ein Sprachtherapieraum für traumatisierte Kinder eingerichtet werden, „denn ohne Sprache keine Bildung und ohne Bildung keine Zukunftsperspektive und Chancengleichheit für diese Kinder“, so Schubert. Zudem seien Sprachentwicklungsstörungen häufig Folgen von Traumatisierungen, erklärt Schubert weiter. Die Projekte wurden zum größten Teil von Kolleginnen und Kollegen aus dem Innen- und Außendienst eingereicht. Der Tipp für die „Kleinen Strolche“ kam von Swiss Life Deutschland Mitarbeiter David Bussenius. „Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie wichtig es ist, Chancen im Leben zu bekommen. Bei den „Kleinen Strolchen“ bekommen Kinder Chancen, die sonst unter die Räder gekommen wären“, berichtet der 28-jährige.

Besonders bewegt hat viele Swiss Life Mitarbeitende das Schicksal der mittlerweile dreijährigen Lena, die vor einem Jahr zu den „Kleinen Strolchen“ kam. Sie war in Deutschland nirgendwo registriert und seit ihrer Geburt nur in ihrem Kinderbett eingesperrt. Als sie gefunden wurde, hatte sie den Mund voller Holzsplitter, denn vor Hunger und Langeweile begann sie, die Gitterstäbe zu essen. Sie kannte keine Umarmung, keine Außengeräusche und keine anderen Menschen. Bis heute spricht Lena kein Wort. „Aber jetzt lächelt sie wenigstens schon ab und zu. Gerade für Kinder wie Lena brauchen wir den Sprachtherapieraum dringend, den die Spende der Swiss Life Stiftung uns ermöglicht“, erläutert Schubert.

„Jeder hat ein Recht auf Kindheit“

Neben der Mutter-Kind-Wohngruppe beheimatet das 2008 gegründeten Kinderheim eine Inobhutnahmestation für Babys und Kleinkinder, eine therapeutische Wohngruppe, Bereitschafts-Erziehungsstellen sowie eine Inobhutnahme für Geschwisterkinder. An oberster Stelle steht für alle Heimmitarbeiter das Kindeswohl. „Neben einer verlässlichen Grundversorgung ist das Wichtigste, dass wir den Kindern Geborgenheit, Ruhe und Liebe schenken“, sagt Schubert. Staatliche Hilfen stellen lediglich die Grundversorgung der Kinder sicher. Daher sind die „Kleinen Strolche“ auf Spenden angewiesen, um zum Beispiel auch den akuten therapeutischen Bedarf in Form einer Sprach- und Pferdetherapie selbst abdecken zu können. Doch das alles interessiert die kleine Sophie nicht. Sie läuft noch immer ausgelassen mit ihren Spielkameraden und ihrer Mutter über den Spielplatz. Und hat zumindest in diesem Moment eine wirklich gute Zeit. „Wissen Sie, das ist das Schöne an unserer Arbeit. Jeder hat ein Recht auf Kindheit – und wir können sie diesen Kindern zumindest zu einem großen Teil geben“, resümiert Herr Schubert.

Förderpreisgewinner 2018

Chancen eröffnen für die Zukunft junger Menschen

Für ein Leben voller Entfaltungsmöglichkeiten und die Freiheit, nach eigenen Zielen zu streben, ist ein guter Start besonders wichtig. Doch nicht alle haben die gleichen Ausgangsbedingungen und für so manche jungen Menschen werden Weichen gestellt, auf die er oder sie selbst wenig Einfluss hat. Der Förderpreis der Swiss Life Stiftung geht daher in diesem Jahr an das Projekt „walk in“ für Kinder drogenbelasteter Eltern, das Projekt „TaF – Teilzeitausbildung für junge Frauen mit Kind“ und das Projekt „SchlaU-Schule“, das jungen Geflüchteten außerschulische Bildung und Teilhabe ermöglicht. Sie alle tragen dazu bei, schwierige Startbedingungen auszugleichen und junge Menschen auf dem Weg in ein selbstbestimmtes Leben zu unterstützen. Die Swiss Life Stiftung fördert diese drei Projekte mit jeweils 10.000 Euro.

Ein grünes Klassenzimmer für Kraft und Erholung

Viele Kinder suchtkranker Eltern sind durch ihre besondere Lebenssituation stark beeinträchtigt und brauchen eine intensive sozialpädagogische Betreuung. Das Projekt „walk in“ der Fachstelle für Suchtvorbeugung und Drogenberatung e.V. Bielefeld ist familiensystemisch ausgerichtet. „Wir verfolgen einen speziellen Ansatz, der Wald- und Wildnis-Pädagogik verknüpft“, erklärt Ludger Thißen, der das Projekt in Bielefeld verantwortet. „Das Angebot bezieht sich direkt auf Schutzfaktoren, die Kinder aus suchtbelasteten Familien gesund erhalten.“ Dazu zählten Orte, die Kraft und Erholung bieten, Initiative in der Freizeit, Relevanz von Naturerfahrungen für den persönlichen Reifungsprozess und körperliche Aktivitäten, “ so Thißen weiter. Das Sammeln und Bestimmen von Nüssen, Beeren und Pilzen, der Umgang mit Holz und Werkzeug und viele gemeinsame Aktionen bieten ein Gegengewicht zum städtischen Spiel- und Lebensraum. Der Aufenthalt im Freien bei Wind und Wetter trägt zur Stärkung der körperlichen, psychischen, geistigen und seelischen Widerstandskräfte der Kinder bei. Ihre Eltern werden durch Einzelgespräche, Hausbesuche und Informationsveranstaltungen in Alltag und Erziehung unterstützt. 

Junge Mütter starten in die Ausbildung

Junge Frauen mit Kind, vor allem Alleinerziehende, haben es immer noch schwer, sich auf dem Ausbildungsmarkt zu behaupten. Das Projekt „TaF – Teilzeitausbildung für junge Frauen mit Kind“ des Diakonischen Werkes Hannover greift ihnen dabei mit Rat und Tat unter die Arme. In enger Kooperation mit Berufsschulen und Ausbildungsbetrieben wird den jungen Frauen eine reguläre Ausbildung in Teilzeit ermöglicht. „Während sich die jungen Frauen für einen Beruf qualifizieren, werden ihre Kinder flexibel betreut“, erklärt Helia Geller-Fehling vom Diakonischen Werk. „Wir begleiten die Lehrlinge fachmännisch und unterstützen sie beim Lernen.“ So bekommen sie den Mut für eine Ausbildung im dualen System, die für viele erfolgreich den Weg auf den Arbeitsmarkt ebnet.  

Schlaue Schule für junge Geflüchtete

„Geflüchtete Schülerinnen und Schüler stehen unter einem permanenten existentiellen Druck“, berichtet Anneke Kück vom Trägerkreis Junge Flüchtlinge e.V. Durch Flucht, Traumata und hohe Selbsterwartung leiden sie zudem häufig an psychosomatischen Beschwerden. In der Schule können sie sich daher kaum mit prüfungsrelevanten und sprachlichen Inhalten befassen. Das ganzheitliche Konzept des Projektes „SchlaU-Schule“ (Schulanaloger Unterricht für junge Flüchtlinge) nutzt die Synergieeffekte von (e)motionsgetragenen Ausdrucksmöglichkeiten und Bewegung mit kognitiv gesteuertem Spracherwerb in den Fächern Sport, Erlebnispädagogik, Kunst, Musik und Theater. „Denn gerade musische, künstlerische und sportliche Betätigung bildet eine Ausgleichs- und Entlastungsmöglichkeit und bewirkt zugleich eine verbesserte Konzentrations- und Leistungsfähigkeit“, so Kück. Durch diesen fachübergreifenden Unterricht entsteht ein sinnvoller Wechsel zwischen Konzentration und Entspannung in der Aktivität, auch als Ausgleich zum Unterrichtsalltag, der durch viel Stillsitzen geprägt ist.  

Quelle: Trägerkreis für Junge Flüchtlinge e.V.

Förderpreisgewinner 2017

Gemeinsam Brücken bauen

Oldies but Goldies .V.

Oldies But Goldies – Gardessen

Ob Schlagzeug, Gitarre oder die eigene Stimme: In der Begleitung von Menschen mit Demenz ist Musik unglaublich hilfreich. Mit vertrauten Liedern und Melodien können Erinnerungen angesprochen und geweckt werden. Demenzkranke erleben sich als kompetent und aktiv. Der Verein „Oldies But Goldies – Gardessen“ im Alten- und Pflegeheim Haus Metzner nutzt genau diesen Effekt. Täglich wird pünktlich von 16 bis 17 Uhr musiziert. Das Besondere dabei: Keiner der meist weit über 80-jährigen Bewohner hatte vorher jemals ein Instrument in der Hand. Mittlerweile sind sie bereits vor über 200 Zuschauern aufgetreten, haben als Beatles verkleidet die Bühne gerockt und musizieren an christlichen Feiertagen wie Weihnachten und Ostern gemeinsam. 

Geldlehrer e.V.

Geldlehrer e.V.

Zinsen, Darlehen und Raten neben Gedichtanalyse oder Französisch-Vokabeln: Der gemeinnützige Verein „Geldlehrer e.V.“ unterstützt seit 2010 Schulen ehrenamtlich bei der finanziellen Bildung. Insgesamt 121 ehrenamtliche Geldlehrer unterrichten in Deutschland, Österreich und der Schweiz sowohl an allgemeinbildenden als auch an Berufsschulen. Die Schüler sollen ihre Geldentscheidungen selbst verstehen. Im Unterricht wird z.B. besprochen, wie Altersvorsorge funktioniert, ob der Handyvertrag wirklich so günstig ist wie in der Werbung angepriesen, warum Sparen so wichtig ist oder wie ein Auto finanziert werden kann. Standort des eingetragenen Vereins ist das bayrische Altnußberg-Geiersthal. 

"Work-Statt" Lichtblick Hasenbergl

„Work-Statt“ im Lichtblick Hasenbergl

Der „Lichtblick Hasenbergl“ ist eine Betreuungseinrichtung für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen ein und 25 Jahren, die im Münchner Stadtteil Hasenbergl-Nord aufwachsen. Das Angebot ist als Hilfe für Kinder und Jugendliche mit einem erhöhten Förder- und Fürsorgebedarf konzipiert und umfasst unterschiedlichste Projekte. Der Förderpreis wird für das neue Projekt „Work-Statt“ eingesetzt. Hier helfen junge Erwachsene, die selbst im Viertel aufgewachsen sind und mittlerweile arbeiten oder studieren, als Mentoren Jugendlichen, die noch auf der Suche sind.